„Lego-Bande“ überzeugt mit Roboter
mit Klick vergrößern
Foto: Anja Wallner

Donnerstag, 21. Januar 2010
(Sächsische Zeitung)
Von Anja Wallner
Hier steckt wochenlange Arbeit drin: Theo Seifert, Siebtklässler des Lessing-Gymnasiums, zeigt das sensorgesteuerte Fahrzeug, mit dem er und seine Mitschüler beim Roboterwettbewerb First Lego League auf regionaler Ebene den zweiten Platz belegten.

Im Februar startet der Regionalwettbewerb Jugend forscht. Diesmal sind keine Teilnehmer aus ihren Reihen dabei, bestätigten Lessing- und Foucault-Gymnasium – was aber nicht bedeutet, dass es in Hoyerswerda keine jungen Erfinder und Tüftler gibt: Im Haus II des Lessing-Gymnasiums steht derzeit ein aus Lego-Steinen aufgebauter Parcours, den ein sensorgesteuerter, ebenfalls zum Teil aus Lego-Steinen bestehender Roboter befährt und dabei auf Kommando mit einem kleinen Greifer Gegenstände einsammelt, sie umfährt oder umstößt. Das kleine Fahrzeug ist der Beitrag von zehn Gymnasiasten zum Regionalwettbewerb der First Lego League (FLL, siehe Kasten). Von ihm sind die Fünft-, Siebt- und Achtklässler kürzlich als frisch gebackene Zweitplatzierte mit Urkunden und Pokal aus Brandenburg (Havel) zurückgekehrt. Wie ihre acht zum Teil erheblich älteren Konkurrenten musste sich das Team „Lessings-Lego Bande“ acht Wochen lang mit einer zweigeteilten Aufgabe beschäftigen, welche diesmal unter dem Motto „Smart Move – Transport im Wandel“ stand. „Zum einen sollten die Schüler einen Roboter konstruieren und programmieren sowie eine Präsentation zur sicheren Bewegung in der Umwelt erstellen“, erzählt Physiklehrerin Regina Schütze. Aus der von ihr geleiteten Physik-Arbeitsgemeinschaft ist „Lessings-Lego-Bande“ entstanden. „Wir wollten die Schüler auf dem Gebiet der Technik fördern und sie für die Naturwissenschaften begeistern“, so der Hintergrund für die Wettbewerbs-Teilnahme.

Tüfteln in den Ferien

Das ist offensichtlich gelungen, denn mit leuchtenden Augen erzählen die Jungs von ihrer wochenlangen Tüftel- Arbeit in Kooperation mit Volker Ludwig von der Elektronik AG im Natz, der den Schülern hilfreich zur Seite stand. Beim Kauf des Materials griff ihnen ein Hoyerswerdaer Automatisierungsunternehmen als Sponsor unter die Arme. „Sogar in den Ferien haben wir herumexperimentiert“, sagt Achtklässler Pascal Zeidler, der sich mit seinen neun Mitstreitern im Schnitt zwei- bis dreimal wöchentlich für das Projekt engagiert hat. Theo Seifert ergänzt: „Programmieren macht Spaß, und die ganze Wettbewerbssituation war toll – die Spannung, ob alles klappt, und das Schauen, was andere so machen …“ Einige der anderen Teams hätten „bombastische Roboter mit Aufbauten“ gebaut, die aber auch nicht unbedingt besser funktioniert hätten.

Alle FLL-Teilnehmer hatten als Grundlage für das Roboter-Spiel denselben Parcours mit kleinen „Schikanen“ vorgegeben – an der Programmierkunst der Schüler lag es letztendlich, ob und wie der Lego-Roboter die von den Wettbewerbsmachern gestellten Aufgaben darauf bewältigte.

Film zum Thema Reifendruck

Für die Präsentation wählten sich die Schüler das Thema „Reifendruck“ und sicheres Fahren. Sie befragten Lehrer, Schüler und Eltern, wie häufig sie den Reifendruck ihrer Autos kontrollieren (Ergebnis: Drei Viertel der Befragten prüfen zu selten), sprachen mit Experten und drehten dazu mit Hilfe der KulturFabrik einen kleinen Film. Und damit sich jeder an die Faustregel „Dreimal tanken – einmal Druck prüfen“ hält, wurden entsprechende Kärtchen erstellt, die sich jeder ans Armaturenbrett klemmen kann.

Die Jury belohnte den Fleiß von „Lessings-Lego-Bande“ mit jeder Menge Punkte und ließ sie für die Qualifikation zur nächsthöheren Stufe des Ausscheids antreten – in der das Team allerdings scheiterte. „Dennoch war unsere Wettbewerbs-Premiere ein Erfolg, mit dem wir nie gerechnet hätten“, sagt Regina Schütze, und für die „Lego- Bande“ steht schon fest: „In diesem Jahr sind wir wieder dabei.“